6. Die Frustration setzt ein

24. August 2013

 

Hallo Ihr Lieben,

 

nein ich bin noch nicht fertig, falls ihr mich dies fragen wolltet. Wer fragt so etwas? Natürlich nur Menschen, die selbst nicht schreiben, nicht wissen können, welcher Aufwand die Herstellung eines Romans erfordert. Aber für euch Ahnungslose, beantworte ich diese Frage selbstverständlich gerne. Nein!

Aber ich bin am Ball, versuche jeden Tag, das Chaos zu lichten und die ungehobelten Worte in bildliche Sprache zu verwandeln. Was mir mal mehr und mal weniger gelingt. Für das Weniger gibt es aber die zweite Überarbeitung. Oder die Dritte … und so weiter.

 

Es ist Arbeit, harte Arbeit und manchmal auch entmutigend, wenn man die Fehler so eindeutig sieht. Die meisten der Fehler jedoch bleiben unentdeckt, denke ich zumindest, auch wenn ich mir noch so viel Mühe gebe, sie werden sich vor mir verstecken, untertauchen und meine Textblindheit ausnutzen. Diese Schurken!!

 

Zwischenzeitlich haben sich dann mal wieder die Zweifel gemeldet. Für wen mache ich das alles? Es ist ein Hobby, welches Zeit erfordert, und das täglich. Und nun bin ich in einer Phase angekommen, die Arbeit bedeutet, also doch nicht nur Hobby. Arbeit ist anstrengend, ein Hobby macht Spaß. Macht mir diese für mich anstrengende Arbeit Spaß? Ja, meistens jedenfalls.

 

Während der letzten Wochen, als ich den Roman schrieb, legte ich eine Tabelle an, um einen Überblick zu haben, an welchen Tagen ich wie viele Wörter in die Tasten hämmerte. Ich brauche das. Listen sind mein Ding. Bei mir landet alles in einer solchen. Nun habe ich meine Tabelle um den Punkt erweitert, auf welcher Seite ich mich bei der Überarbeitung befinde, damit ich mir im Klaren darüber sein kann, wie viele Seiten ich an welchem Tag überarbeitet habe. Braucht man das im Allgemeinen? Mit Sicherheit nicht. Nur ich, mit meinem Spleen für Listen. 😉 Statistik nennt man das.

 

Ich lasse mich in diesen Tagen unheimlich gerne von Facebook und Twitter von meiner Hobbyarbeit ablenken. Ich twittere, teile und blogge, was das Zeug hält, da mir die Überarbeitung nicht so liegt.

Doch ich habe mich nun doch dazu entschieden, weiter zu schreiben, also kein vorläufiges Ende. Das erhellt meinen stupiden Hobbyalltag, der nun auch noch erschwert wird, da meine Familie mal wieder mit einem Infekt zu kämpfen hat. So bleibt mir nur die Zeit am späten Abend, doch wie der Zufall es so will, bin ich meistens sehr müde in diesen ruhigen Stunden. So was aber auch. Kopfschüttel.

 

Ihr merkt sicherlich schon, es fehlt ein wenig Motivation.

Woher nehmen? Genau. Facebook ist mal wieder ein toller Ansprechpartner, zumindest die Buchstabenjunkies, haben größtenteils Verständnis, teilen und haben sogar selbst solche Probleme.

Die armen Schriftsteller und Autoren, mit ihren verletzlichen Seelen, die früher stets auf sich allein gestellt waren, tun mir wirklich leid.

Insofern bin ich nun doch noch ein Fan von Twitter, Facebook und Co geworden.

Dieser Blog hier, ist nicht nur für euch, nein auch für mich schreibe ich hier. Ein Teil meines Schreibtagebuchs, verbunden mit meinen unnötigen Statistiken, ein Art Spiegel meines Schreibwahnsinns. 😉

 

Nun aber zu meiner Überarbeitung:

Während ich nun meinen Text so lese, habe ich festgestellt, dass ich manchmal alles ein wenig verkompliziere.

Was ich damit meine? Nun, anstatt einfachere Worte zu benutzen, bediene ich mich einiger Wortungetüme, die mir beim Lesen, die Nackenhaare abstehen lassen. Also raus damit, zurück zur Essenz dessen, was ich ausdrücken möchte und mit gängigeren Wörtern, einen ungewöhnlich schönen Satz formulieren. Wie? Keine Ahnung! Manchmal küsst mich die Muse, doch meistens bastele ich, bis es mir einigermaßen gefällt. Doch am nächsten Tag, schmeiße ich es dann doch wieder über den Haufen und bastele erneut. Ihr merkt, was ich damit meine, wenn ich sage es geht schwerfällig voran.

Über alles zerbreche ich mir den Kopf und zweifele an mir und meinem Text. Versteht der Leser, was ich ausdrücken möchte? Ist es spannend genug? Sind die Dialoge realistisch und lebendig? Oder solch profane Fragen, wie z. B., ob die Länge der Kapitel in Ordnung ist. Es ist zum…

 

Eine gute Freundin, die ebenfalls schreibt und sich im Moment der Überarbeitung ihres ersten Thrillers widmet, hat mich gefragt, ob ich Lieblingswörter habe, die ich dauernd verwende. Ja, welche sage ich euch nicht, sonst findet ihr sie bestimmt auch in diesem Text. 😉

Aber mit Sicherheit, ist dies ein Problem, dem man sich bei der Überarbeitung auch annehmen muss, da Wiederholungen für den Leser sehr ermüdend sind.

 

Ich habe Shades of Grey gelesen, ich gebe es zu. Der Text wimmelte nur so von immer wiederkehrenden Wörtern, Floskeln und leider ähnelten die Szenen sich auch dermaßen, dass ich nicht gerade begeistert war. Ein solcher Erfolg stünde vielen Schriftstellern zu, die weit mehr Können an den Tag legen.

Aber der Erfolg kann nicht über den manchmal sehr holprigen Text hinwegtäuschen. Bitte, liebe Fans von SoG, seit nicht böse, aber ich bin nur ehrlich. Ehrlich gesagt habe ich trotzdem alle drei Bände gelesen, da ich wissen wollte, wie die Autorin ihre Geschichte zu Ende bringt. Also ganz so furchtbar, dass ich es hätte weglegen müssen, war es dann doch nicht.

 

So, für heute habe ich genug aus der Überarbeitungshölle (ein schönes Beispiel, für ein Wortmonster) berichtet.

 

Bis zum nächsten Mal

Eure Tanja Neise

 

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About Schreiboase

Ich blogge über das Schreiben.
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2 Responses to 6. Die Frustration setzt ein

  1. karina says:

    Hallo Tanja,
    ja ich kenne sie auch, diese Ungeduld von Bekannten, die nun endlich den fertigen Roman lesen möchten. Ungläubige Blicke, wenn ich erläutere, erst die Rohfassung geschrieben zu haben. Nun kommt der weitaus größere und längere Teil – die Überarbeitung.
    In dieser Phase merkt man erst, wieviel Arbeit eigentlich noch vor einem liegt und muß mit Schrecken feststellen, daß man stellenweise ziemlichen Unsinn geschrieben hat.
    Wie froh bin ich doch, daß diese erste Fassung (hoffentlich) niemand zu sehen bekommt.
    Wie du weißt, fällt mir die Überarbeitung auch schwer. Ich habe einfach noch keine Routine, keinen eigenen Rhythmus für diese neue Phase des Schriftstellerdaseins gefunden.
    Ich sage mir deshalb, auch kleine Schritte führen zum Ziel und mit jedem noch so kleinen Schritt habe ich etwas dazugelernt.
    Lass dich nicht entmutigen, liebe Tanja. Wir sind jetzt die Archäologen, die unseren Roman freilegen müssen. 😉
    Liebe Grüße
    Karina

    • Schreiboase says:

      Liebe Karina,
      vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar. Ja, es ist unheimlich beruhigend, wenn mann weiß, dass es anderen genauso geht.
      Man kämpft nicht alleine, an der Überarbeitungsfront 😉
      LG
      Tanja

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